Ausstellungsmarathon des Sven Henric Oldes

Vortrag und Ausstellung im Gemeinschaftsatelier Schulstraße in Münster.

 

Ausstellungsmarathon des Sven Henric Oldes

Vortrag und Ausstellung im Gemeinschaftsatelier Schulstraße in Münster.

 

7 ist ein Zahlenwunder: Aus mathematischen Gesichtspunkten ist sie die erste Primzahl und in der Historie der Menschheit bildet sie in einigen Kulturkreisen eine Glückszahl, wie auch eine Pechzahl. Keine Zahl taucht so häufig auf, wie die sieben. Sieben Tage hat die Woche, die sieben Todsünden und in sieben Tagen ist laut Schöpfungsmythologie die Welt erschaffen worden. Beispiele für die Zahl Sieben in der griechischen Mythologie sind die sieben Weltwunder, die sieben Weltmeere und der Siebenkampf. Zudem wird in einem der bekanntesten Märchen, Schneewittchen, von sieben Zwergen gesprochen. Sieben Öffnungen der menschlichen Wahrnehmungsorgane sind im menschlichen Schädel: zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, zwei Augen und ein Mund. Die volkstümliche Auffassung der sieben Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Orientierung und Gleichgewicht) korrespondiert damit. Die Sieben wird bei zwei Würfeln (mit Zahlen von 1-6) am häufigsten gewürfelt. Sie erscheint statistisch jeweils sechsmal so häufig wie die Zwei und die Zwölf. Die Sieben begegnet jedem im Alltag. Auch John Locke hat schon vor über dreihundert Jahren das sogenannte seven phenomena entdeckt. Sieben Zahlen kann man sich nach kurzen sehen merken. In der Verhaltensforschung wurde zudem das Blue-Seven-Phänomen untersucht. Es befasst sich mit dem Phänomen, dass die häufigste Lieblingszahl der Gesellschaft sieben und Lieblingsfarbe blau ist.

[Anmerkung: Alles zuvor gelesene handelt sich ausschließlich um Schwafelei und Klugscheißerei. Nur der letzte Punkt des Blue-Seven-Phänomens könnte ausschlaggebend sein: 7 ist die Lieblingszahl meiner Frau und ich habe sie anfang des Jahres gefragt, welche Zahl zwischen 1 und 10 sie wählen würde. Es wurde die 7. Daher Sieben Ausstellungen in einem Jahr.]

…so begann Alles. Ich bin Künstler und möchte als dieser wahrgenommen werden. Daher musste ich mir einen Plan machen. Ich habe am Anfang des Jahres meinen Job als Grafikdesigner hingeschmissen, denn ich beherrsche das Handwerk eines Grafikdesigners, will es aber nicht machen. Und um mir selbst eine Aufgabe zu stellen wollte ich meine Werke und mich in einer bestimmten Anzahl von Ausstellungen präsentieren. Doch wie viele Ausstellungen kann man machen? Dazu habe ich meine Frau Johanna gefragt: „Jo, sag mal bitte eine Zahl zwischen 1 und 10.“ [Der Januar stand vor der Tür und der Dezember ist sowieso immer voll mit irgendeinem Kram, daher max. 10 Monate, max. 10 Ausstellungen.] Sie erwiderte: „7!“ Und so stellte ich mir der Aufgabe: 7 Ausstellungen im Jahr 2019 zu verwirklichen.

Damit sich nicht die Werke bei jeder Ausstellung wiederholen und den Besuchern im kleinen Radius von NRW nicht langweilig wird, wollte ich einen Faktor haben, der sich bei jeder Ausstellung ändert. Der Ort ändert sich, aber nicht nur als Raum, sondern auch die Stadt, die Menschen die diesen Ort erschaffen haben und die Möglichkeiten in dem Raum. Aus diesem Grund sind es teilweise Ausstellungen in der selben Stadt, aber mit anderen Vorraussetzungen, auf die ich reagieren konnte. Somit ist jede Ausstellung eine Eigenständiges Konstrukt auf die gegebenen Umstände angepasst. Keine Ausstellung gleicht der anderen.

 

Es folgt die Auflistung der sieben Ausstellungen:

  1. Produzenten Galerie
    Eine Künstlerin (Elisabeth Lasche) der Galerie hat auf ihren Ausstellungszeitraum verzichtet, damit ich dort ausstellen konnte. Es ist ein kleiner verwinkelter Raum mit einem riesigen Schaufenster, das ich mit meinen Werken bespielt habe. Für meine Lesungen mit Konzert habe ich eine Wohnzimmer errichtet, um dem winzigen Raum eine gemütliche Atmosphäre zu geben.
  2. Leerstehendes Gebäude Ausstellung
    Ich für ein Jubiläum ein Leerstand bespielen dürfen. Bunte Wände, die mit meinen Werken korrespondieren und herausragende Rohre, die meinen Bildern halt gaben. Bemalen von Wänden und temporären Arbeiten gaben dem ganzen ein Highlight.
  3. Kirche mit alten Arbeiten von meinem Abschluss
    In der Neustädter Marienkirche wurde jüngst eine neue Orgel eingebaut und der Orgelsommer 2019 eingeleitet. Passend zur Eröffnung habe ich Bilder aus meinem narrativen Kunstbuch und weitere daraus resultierende Informelle Werke ausstellen dürfen. Die farbigen Zwei-Meter Leinwände an den riesigen weißen Gemäuern harmonieren sehr zur kräftigen und intensiven Orgelmusik. Über den Zeitraum des Orgelsommers bleiben sie dem Hörertum zum träumen in der Kirche. Zudem werden einzelne Bilder im Gottesdienst thematisiert.
  4. Kurhaus
    Eine kleine Räumlichkeit im Herzen des Erholungsgebiets von Bad Hamm. Zu öffentlichen Veranstaltungen sind die Bilder zugänglich. Ohne viel Trara und ohne mit dem Betrachter in Kontakt zu treten hängen die Bilder dort ganz unscheinbar. Ein anderer Aspekt, den ich gerne in die Reihung mit aufnehme. Aktuelle Werke die in diesem Jahr geschaffen wurden werden dort präsentiert. Ein anderes Hängen. Vielleicht eher für Hobby-Künstler und jetzt für mich. Ein Raum, eher ein Durchgang oder Flur, der geräumig und holzvertäfelt ist.
  5. Hier - Schulstraße: Kunst und Suppe
    Ausstellung mir einem ganz anderen Aspekt in dem es das Konzept ist, das Konzept zu erklären. Also eine Ausstellung in der Ausstellung oder so ähnlich. Der Blick hinter die Kulissen. Ein Künstlergespräch oder eher eine Künstlerrunde mit gleichgesinnten.
  6. KV Hamm
    Einzelausstellung vom Kunstverein Hamm. Es ist immer noch eine höhere Stufe in einem Kunstverein ausstellen zu dürfen, da ein anderes Publikum vor Ort ist. Die Stellung des KV wird mit auf den Künstler übertragen – in dem Fall mir. Weiße Wände große Räume und ein klares und cleanes Umfeld.
  7. Arbeitsstipendium Haus Stove
    Arbeitsraum und Ausstellungsraum wird der selbe sein. Das Stipendium geht zwei Wochen in einem Künstlerhaus mit Atelier an der Ostsee. Eine Auswahl von dem, was ich in diesem Zeitraum erschaffe – textlich, wie bildlich – stelle ich am Ende in einer Ausstellung und mit einer Lesung vor. Großer Druck und zugleich ein wunderbarer Abschluss der Reihung. Um zum Schluss NRW und alles vorherige zu verlassen und mit einem Blanko Papier zu beginnen. Ich habe kein Horror vacui. Ich habe Hunger und freue mich auf das was kommt.